Projekt Ente Gina

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Gina, die zahme Wildente in Dauerpension

Im Frühjahr 2016 bekamen wir einen Anruf von einem älteren, völlig verzweifelten Herrn, der seine Enten, die er seit 12 bzw. 8 Jahren in seinem Garten und Haus beherbergte , abgeben müsse, da ihm ansonsten die Kündigung seitens des Vermieters drohe.  Es handelte sich um zwei männliche Pekingenten und eine zahme Wildente, namens Gina, die er als kleines Küken fand und aufpäppelte. Gina konnte nicht fliegen, deshalb blieb sie.

Die 12jährige Gina lebte auch im Haus des älteren Ehepaares, hatte einen kleinen eigenen Fernsehsessel und liebte die Gesellschaft ihrer Menschen und der vier Hauskatzen. Täglich schauten sie zusammen fern.

Der Mann weinte bitterlich, als er darüber sprach, seine Tiere abgeben zu müssen. Sein Herz hing sehr an den Tieren. Gerne wollten wir dem Ehepaar helfen, doch wir hatten weder einen Teich, noch einen Stall. Einen Teich hatte der Mann zwar auf seinem Grundstück auch nicht, doch wir wollten, dass sie artgerecht leben können.

Das Ehepaar wollte sich an den Kosten für den Bau eines Teiches und Stalles beteiligen und auch in Zukunft finanziell für die Enten aufkommen.

Der Bau unseres Projektes: „Gina“ dauerte ca.12 Wochen.

Der Besitzer von Gina hatte in seiner Panik, eine Kündigung zu bekommen, die Enten zwischenzeitlich in eine Wildtierstation gebracht. Der Abschied war herzzerreißend. Wir versprachen  ihm, uns darum zu kümmern, dass, nach Fertigstellung unseres Projektes, die Enten  hierher umsiedeln können.

Die beiden Pekingenten verstarben dort nach kurzer Zeit und Gina wurde krank, da sie reine Außenhaltung nicht gewohnt  und das Wetter mehr als schlecht war. Zwischenzeitlich war sie auf einem Auge blind, durch eine Entzündung. Wir holten sie deshalb vorzeitig ab und bauten ein provisorisches Gehege, abends kam sie ins Haus, auf ihren Fernsehsessel.

Da Gina nicht ohne Artgenossen leben sollte, schlug der Besitzer vor, noch weitere Enten zu holen. Nach einigen Recherchen, entschieden wir uns für zwei Pommern Enten und zwei Aylsbury Enten. Die 4 Küken namens Eddy the Erpel, Fräulein Rose, Psycho und Miss Marpel mussten ebenfalls provisorisch untergebracht werden.

Neuankömmlinge im provisorischen Gehege

Planung, Umsetzung, viel Energie und gute Freunde braucht ein „Traum Enten Gehege“

Auch die Kleinsten sind tatkräftig dabei. Das neue Haus der Enten kommt mit dem Trecker.

Wir haben einen Klärteich für die Enten angelegt, damit der Teich sich selbst reinigt. Auf der Grünfläche haben wir Pflanzen gepflanzt, die Enten nicht besonders gerne fressen, aber völlig ungiftig sind.

Anfangs wurde Gina von den vier anderen Enten gemoppt, daher entschlossen wir uns, noch eine weiter Unterkunft zu bauen…nur für Gina, falls sie tagsüber auch mal in einen warmen, trockenen Stall möchte.

 Vorher....

Vorher....

 Nachher...

Nachher...

 Nachher..

Nachher..

Inzwischen tolerieren sich die Enten, gehen sich aber weiterhin aus dem Weg. Man merkt trotzdem, dass Gina die Gesellschaft der anderen genießt. Fast jeden Sonntag kommt ihr „Herrchen“ zu Besuch und freut sich sichtlich, dass es Gina so gut geht.

 Ginas Stall

Ginas Stall

 Stall der vier Freunde

Stall der vier Freunde

Gina freut sich jeden Tag, ein Bad im Teich zu nehmen. Man sieht ihr die Freude wirklich an. Sie hat 12 Jahre keinen Teich zum planschen gehabt. Jetzt holt sie so viel wie möglich nach.

Viele Menschen wundern sich, dass all dieser Aufwand und viel Geld in eine „Ente“ investiert wird.

Die Enten gehörten dort zur Familie.

Das Schicksal dieses alten Ehepaares und ihrer Ente ging uns sehr nahe, so dass wir gar nicht anders konnten. Es ist einfach wunderbar, diese Menschen und auch Gina so glücklich zu sehen.

Projekt „Gina“ hat sich allemal gelohnt.